Wann übernimmt Facebook die Web Herrschaft?

27.04.2010, Internet Marketing

facebook F8 san franciscoSammeln und vernetzen ist das neue Ziel von Facebook. Wird Facebook damit zu einem neuen Zentralorgan im Internet? Ist Facebook eine Konkurrenz für Google?

Die Masse der Nutzer ordnen, indem Vorlieben und Meinungsäusserungen gesammelt und vernetzt werden, so lautet das neue Ziel von Facebook.

Es scheint, dass die zuvor in Technologie-Kreisen kontrovers geführten Diskussionen rund um die Privatsphäre von Internet Nutzern Facebook unberührt zu lassen.

Die erfolgten Ankündigungen der F8 in San Francisco sind klar: Das Unternehmen wird sein Netzwerk auf das gesamte Internet ausweiten.

Die von Facebook zur Verfügung gestellten Codeschnipsel, können von Betreibern von Websites kostenlos ab sofort integriert werden.

Damit können sie sich aus dem Facebook-Datenpool bedienen und ihn auch füttern.

Wie muss man sich das vorstellen?

Die "like"-Taste wird ähnlich sein wie Produkte von Twitter und Digg, mit der die Anwender Inhalte gemeinsam mit ihren sozialen Netzwerken teilen.

Diese neue Funktion ermöglicht es Benutzern, die Inhalte zu bewerten.

Ein Mitglied der Facebook-Gemeinde ruft beispielsweise eine Nachrichten Webseite auf. Sofort sieht er Empfehlungen seiner Facebook-Freunde, ohne sich noch einmal auf der entsprechenden Nachrichten Website einloggen zu müssen.

Was analysiert Facebook?

Während Google destilliert, verknüpft Wissen mit Suchanfragen. Will Facebook nun sein soziales Netzwerk als Infrastruktur dem Netz öffnen.

Im Gegensatz zu Google geht es um die Analysierung von Beziehungsgeflechten und Vorlieben der Nutzer. Und, jeder Partner im Netz stärkt die Stellung von Facebook.

Nehmen Betreiber von Webseiten die Dienste von Facebook an, dann könnte man irgendwann vielleicht auch einmal die Vorlieben bestimmter Gruppen ableiten.

Welche Werkzeuge stellte Facebook zur Verfügung?


Mit dem „like / Gutfinde-Knopf“ kann alles für gut befunden werden, ob Fotos, Kommentare, Verweise auf andere Webseiten und natürlich der Artikel selbst.

Der "like" Button kann auf der facebook developers Site auch für einzelne Artikel generiert werden:

facebook like button code generator

Über das Open Graph Protocol kann Facebbook entsprechend den Vorlieben des Facebook-Nutzers agieren, das heisst über neue Musikangebote oder Artikel informieren.

Wer einen Film im Internet für gut befindet, der findet ihn etwas später auch wieder unter seinen Lieblingsfilmen bei Facebook.

Wer ein Fan von Rammstein ist und das in seinem Facebook-Profil angegeben hat, bekommt bei einem mit Facebook vernetzten Musikangebot seinen Lieblingsmusiker zu hören.

Die Beispiele machen deutlich, wie viel Facebook über seine Nutzer weiss.

Das Facebook-Web

Damit wird das soziale Netzwerk zum Facebook-Web. Es ist offensichtlich, dass Facebook zum Netz avanciert.

Wer also Facebook erlaubt, bestimmte Daten von sich zu veröffentlichen, muss damit rechnen, dass sie auf allen Seiten, die mit dem Dienst kooperieren, auftauchen können. Mit anderen Worten, die Privatsphäre ist dahin.

Durch die Attraktivität des Angebotes (Gratis & Bequem)  ist damit zu rechnen, dass dieses Netz rasant wachsen wird, denn welcher Webseitenbetreiber verzichtet schon auf 400 Millionen potentielle Leser, Interessenten, sprich potentielle Kunden.

Die Daten dürfen von Facebook-Partnern zunächst einmal auf unbestimmte Zeit gespeichert werden, wenn es einmal erlaubt wurde.

Mitglieder der Facebook-Gemeinde können immer leichter Angebote bewerten und Meinungen abgeben, Netz-Partner von Facebook können diese Daten aber auch sehr leicht nutzen.

Die Werbeindustrie wird sich freuen, denn so Zielgerichtet konnte bis jetzt noch nicht geworben werden.

Aber auch wer Werbung nicht als Belästigung empfindet, der erhält nun Angebote, die wirklich zu ihm passen.

Während Google weiss, wie oft Webseiten angeklickt werden, wie oft und wohin sie verlinkt werden, weiss Facebook wer und was er gut findet.

Damit entsteht eine neue Bewertungsdatenbank, allerdings nicht im Netz sondern auf den Servern von Facebook.

Die Aufmerksamkeit im Internet könnte sich von Google also auf Facebook verlegen. Anzeigenkunden könnten sich auf mittlere Sicht hin dafür interessieren. Zielgruppen können durch Werbung gezielter angesprochen werden.

Wie gut der Gutfinde-Knopf also ist, wird die sich in Zukunft zeigen und ob Facebook zum neuen Zentrum im Netz wird.

Ist Facebook eine Konkurrenz für Google?

Facebook hat Google in der Woche vom 13. März, im Bezug auf die Zahl der Besuche (Visits) in den USA überholt.

Der Webanalysedienst Hitwise zählte in der zum 13. März 2010 zu Ende gegangenen Woche mehr US-Besucher auf Facebook als auf Google.

Das bedeutet, dass Facebook erstmals in einer Wochenmessung von Hitwise auf Platz 1 liegt.

Das war bislang nur an einzelnen Tagen so gewesen. Zum Beispiel an Weihnachten 2009 und Neujahr 2010.

Auch wuchs Facebooks Marktanteil nach Besuchen im Vergleich zum Vorjahr in der Woche zum 13. März 2010 um 185 Prozent, während Google nur um 9 Prozent zulegen konnte.

Fazit: Facebook wird ein Mega Player im Internet Business. Die Frage ist, wie kontert Google?
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