Chinas Unternehmen legen die Sicherheitsgurte an

16.10.2008, Blog

Chinas Unternehmen wurden bis jetzt durch einen scheinbar immer währenden Export Boom verwöhnt. Kommt jetzt die Krise? Wie gehen die chinesischen Unternehmer damit um?

Die globale Kreditkrise wächst sich in eine weltweite Rezession aus. In manchen Ländern etwas mehr und in anderen Ländern etwas weniger.

In China müssen sich die Exportboom verwöhnten chinesischen CEO's nun damit befassen, die Produktion zu drosseln und sich auf magere Zeiten einstellen zu müssen. Die Unternehmer haben die Kapazitäten in den letzten Jahren mit billigen Krediten massiv ausgebaut.

Und das kann ich bestätigen, kaum eine Fabrik die ich besucht habe, welche nicht am erweitern der Produktionsfläche war.



Der Heimmarkt ist noch nicht gross genug, um den Exportausfall auszugleichen.

Wie schon erwähnt, ist im Moment vor allem die Stahl und Schwerindustrie von der Krise betroffen. Die Stahlexporte machten in den letzten Jahren ca. 25% der chinesischen Exporte aus. Es heisst, dass die Stahlindustrie ihre Produktion bereits um 20% gedrosselt hat.

Der Export in die USA ist bereits gefallen. Es wird erwartet, dass für jeden Prozent Punkt, welcher das amerikanische GDP (Gross Domestic Product / Brutto Inland Produkt) fällt, die Exporte in die USA um 4.75% zurückgehen. Wie wird die Finanzkrise in China wahrgenommen?

Nicht nur die Schwerindustrie hat Bestellungsrückgänge zu vermelden. Auch die Spielzeug und Textilindustrie meldet grosse Rückgänge.

In einem Fernseh Interview sagte ein chinesischer Textil Unternehmer, dass im Bereich der Billig Produkte ca. 40% der Unternehme schliessen mussten.

Von 4'000 Spielzeug Herstellern in der Nähe von Hongkong haben ca. 10% die Tore geschlossen. Die USA und die EU nehmen ca. 40% der chinesischen Exporte ab.

Eine Anzeige in "China Daily"vom 14.10.08:



Es wird erwartet, dass die Chinesische Regierung nun versucht, den Binnenmarkt anzukurbeln.

Ein kleiner Vorteil hat das ganze, nun muss man als Kunde nicht mehr ganze Container bestellen, es werden jetzt auch kleine Bestellungen entgegen genommen.

Wenn Du einen Web-Shop oder ein Geschäft hast und Güter direkt aus China bestellen willst, dann sende mir doch einfach ein e-mail und ich werde sehen, ob ich das gewünschte organisieren kann.

Update 17.10.08:

Der grösste Spielzeug Hersteller, Smart Union Group, in China ist Pleite. Auf der Website wird mitgeteilt, dass ein Insolvenz Verwalter eingesetzt wird.

Die amtliche Nachrichten Agentur teilte am Dienstag mit, dass 53% der chinesischen Spielzeug Hersteller in diesem Jahr Pleite gegangen sind.

Zum einen Teil sind die höheren Sicherheitsstandards schuld und zum anderen der Rückgang der Bestellungen.
 



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