Warum sind die Gewohnheitsfallen so tödlich? / Artikel schreiben Teil 4 (mp3 Audio)

12.12.2006, Artikel schreiben

Währenddem Sie den Titel dieses Artikels gelesen haben, lief in Ihrem Hirn ein gigantischer ...

...  und komplexer Prozess ab. Sie können den Artikel auch hören.  Im mp3 Audio File hören Sie die Folgen 4 - 6. 

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Was für ein Prozess lief ab, fragen Sie sich nun?

Jeder noch so kurze Satz löst im Gehirn einen gewaltigen Elektronensturm aus. In Sekundenschnelle jagen Stromimpulse durch Millionen von Neuronen in Ihrem Hirn. Dagegen ist ein Sandsturm in der Sahara eine Butterfahrt.

Was sind Neuronen?

Nervenzellen oder Neuronen sind Zellen im Körper, die für die Reizaufnahme sowie die Weitergabe und Verarbeitung von Nervenimpulsen (Erregungen) zuständig sind. Jetzt können Sie sich vorstellen,  wenn immer die gleichen Abläufe gemacht werden, dann werden auch immer die gleichen Nervenzellen stimuliert.

Ein Beispiel: Wer immer mit dem gleichen Arm ein Gewicht hebt, wird feststellen, dass sich die Muskeln an diesem Arm viel stärker entwickeln, währenddem sich die Muskulatur am anderen Arm nicht weiterentwickelt.

Und soll der andere und untrainierte Arm mit den schwachen Muskeln dann ein schweres Gewicht tragen, kann er es nicht. Je länger Gewohnheiten andauern, umso stärker und starrer werden sie.

Zu Beginn ist die Gewohnheit noch ein kleiner Feldweg. Bald entwickelt sich daraus eine Strasse und mit der Zeit wird daraus eine Hauptstrasse. Nach ein paar Jahren ist es dann eine Autobahn mit acht Spuren.

Sind Autobahnen schlecht?

Ja, diese Frage ist berechtigt. Auf einer Autobahn kommt man doch schnell ans Ziel! Ja klar, das stimmt. Aber, wer ausschliesslich die Autobahn fährt, der verpasst all die guten und interessanten Dinge die sich neben der Autobahn ereignen.

Wer im heutigen Wettbewerb nur die Autobahn fährt, der sieht bei dem hohen Autobahn-Tempo die Veränderungen im Umfeld nicht. Abgeändert könnte man sagen: "Wer die Veränderungen nicht wahrnimmt, den bestraft das Leben“. Und das wollen wir ja nicht, richtig?

Wollen Sie ohne grossen Stress den Gewohnheitsfallen entgehen?

Um den Gewohnheitsfallen zu entgehen, ist es am einfachsten, bei den alltäglichen Dingen zu beginnen. Alltägliche Dinge sind das schon erwähnte Zähne putzen. In die gleiche Kategorie gehört das Halten des Rasierapparates mit der anderen Hand.

Das ist auch mit dem Lippenstift, der  Kaffeetasse, der Computermaus, etc. möglich. Nehmen Sie sich für den Anfang 5 Gewohnheiten und schreiben Sie diese auf Ihre Gewohnheiten-Wechsel-Liste.

Sie wollen einen einfachen Beweis zum selbst testen, dass Gewohnheiten "Blind“ machen?

Ganz einfach! Besorgen Sie sich ein Buch in einer Ihnen nicht allzu geläufigen Sprache. Schlagen Sie dieses Buch auf  einer Seite mit viel Text auf. Dann drehen Sie das Buch um 180°, also auf den Kopf und lesen Sie den Text. Ich habe das mit einem englischen Buch getestet.

Das Lesen des um 180° gedrehten Textes, ging wirklich erstaunlich gut. Nun versuchte ich dasselbe mit einem Deutschen Buch. Textseite aufgeschlagen und um 180° gedreht. Das Lesen war sehr mühsam und ging nur unter sehr grossen Anstrengungen.

Die Erklärung: Seit Jahrzehnten bin ich mir gewohnt Deutsche Texte von links nach rechts und in der "normalen" Stellung zu lesen. Diese Gewohnheit verhinderte, dass ich eine andere Art des Lesens anwenden konnte!

Vielleicht denken Sie jetzt für sich, Lesen auf dem Kopf macht ja keinen wirklichen Sinn. Da gebe ich Ihnen Recht. Doch auf der anderen Seite verhindert diese Gewohnheit, dass wir auch mal locker die andere Seite betrachten können. Und das könnte bei einem Problem manchmal ganz schön hilfreichsein, was meinen Sie?

Spricht etwas dagegen, dass Sie das Buch-Experimnet selbst durchführen? OK, dann also los! Alte Gewohnheiten zu ändern, ist DER Faktor und Turbo-Booster, um die Phantasie zu fördern.

Und Sie erinnern sich was Albert Einstein gesagt hat:

Phantasie ist wichtiger denn Wissen, denn Wissen ist begrenzt!

Sie fragen sich, war es das schon?

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